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Apple macht den Aktiensplit: Aber was ist ein Aktiensplit?

Apple hat für den 24. August 2020 einen erneuten und damit Ihren insgesamt fünften Aktiensplit angekündigt. Der um den Split bereinigte Kurs wird dann ab dem 31. August 2020 gehandelt. Das Verhältnis, in dem der Aktiensplit bei Apple durchgeführt wird, beträgt 4:1. Split Verhältnis? Überhaupt, was ist ein Aktiensplit? Das möchte ich Dir in diesem Beitrag aus der Rubrik Finanzen-FAQ gerne erklären.

Apple Aktiensplit

Was ist ein Aktiensplit?

Vereinfacht ausgedrückt ist ein Aktiensplit nichts anderes als die Umwandlung einer bestimmten Anzahl existierender Aktien in eine größere Anzahl neuer Aktien mit einem geringeren Nominalwert. Das bedeutet, wenn man heute im Besitz von 10 Apple Aktien ist und das Split Verhältnis 4:1 ist, so besitzt man ab dem 24. August 40 Aktien des iPhone Giganten. Der Kurs jeder einzelnen Aktie wird natürlich ebenfalls angepasst. Steht der Aktienkurs also bei 400 USD, wird er nach dem Split bei 100 USD stehen.

Auf die Marktkapitalisierung, also den Wert des Unternehmens hat der Aktien Split keine Auswirkung. Auch die Depots der Aktionäre bleiben vom Wert unberührt. Lediglich die Anzahl der insgesamt verfügbaren Aktien erhöht sich.

Ein Aktiensplit kann nur durchgeführt werden, wenn dieser auf der Hauptversammlung beschlossen wird.

Was passiert mit den historischen Kursdaten?

Normalerweise müssten ja nun die Charts in der History bei jedem Aktiensplit einen Kurseinbruch um genau das Split Verhältnis darstellen. So ist es ja ähnlich bei Dividendenzahlungen, da der Kurs nach der Dividendenauszahlung um genau den Wert der Dividende nach unten angepasst wird. Damit bei Anlegern nicht der Eindruck entsteht, der Kurs wäre über die Jahre mehrfach stark eingebrochen, passen die Anbieter die Chart Daten entsprechend an, sodass der Kursverlauf ohne die entsprechenden Kursrückgänge dargestellt wird. Die zugehörigen Handelsvolumen werden ebenfalls entsprechend angepasst.

Wieso machen Unternehmen Aktiensplits?

Die Motivation der Unternehmen Aktiensplits durchzuführen ist rein psychologischer Natur. Der Wert des Unternehmens, also deren Marktkapitalisierung ändert sich durch eine Änderung des Verhältnisses nicht, aber der Preis pro Anteilsschein. Durch die Anpassung auf einen niedrigeren Preis pro Aktie erhofft sich das Unternehmen das Wertpapier zugänglicher für eine breitere Masse an Investoren zu machen.

Beispiel Apple

Apple hat seit 1980 fünfmal einen Aktiensplit durchgeführt. Der letzte erfolgte am 09. Juni 2014 im Verhältnis 7:1. Hätte Apple seit 1980 keinen einzigen Aktiensplit vollzogen, wäre der Kurs pro Aktie heute bei ca. 24.000 USD. Da dürfte jedem schnell klar sein, dass die wenigsten von uns heute über einen Kauf der Apple Aktie nachdenken würde. Durch die Aktien Splits in den letzten 40 Jahren und dem kommenden in 2 Wochen bleibt die Aktie auch für Kleinaktionäre und Sparplan Aktionäre zugänglich.

Übrigens, läuft es dieses Mal so wie bei den letzten 4 Aktiensplits bei Apple, winken gute Renditechancen. Im Schnitt stieg der Kurs danach um durchschnittlich 9,5 % jährlich. Lässt man den Split von 2000 während der Dotcom Blase raus, sind es sogar satte 35 %.

Vor- und Nachteile von einem Aktiensplit

Für den Anleger ergeben sich auf den ersten Blick weder Vor- noch Nachteile, wenn sich ein Unternehmen für einen Aktiensplit entscheidet. Für das Unternehmen liegt der Vorteil auf der Hand. Durch die optische Vergünstigung der Aktie werden mehr und neue Investoren angelockt. Aber das ist in den meisten Fällen auch ein Vorteil für die Anleger. Warum? Ganz einfach, mehr interessierte Investoren bedeuten normalerweise auch das der Kurs steigt, weil die Nachfrage nach der Aktie steigt. Pauschal ist das zwar nicht immer so, aber die Wahrscheinlichkeit und Statistik ist hier auf der Seite der Anleger.

Andererseits hat sich die Anzahl der durchgeführten Aktiensplits in den vergangenen Jahren allgemein stark reduziert. Das liegt sehr wahrscheinlich unter anderem daran, dass durch die Einführung von Aktiensparplänen auch Teilaktien Käufe problemlos möglich sind. Der Anreiz durch die Vergünstigung des Kurses also mehr Anleger anzusprechen ist nicht mehr so gewichtig wie vor einigen Jahren noch. Dementsprechend ist es aus meiner Sicht tatsächlich fraglich ob der Split bei Apple dieses mal überhaupt eine große Wirkung auf die Kursentwicklung der nächsten Monate haben wird, da gerade viele Privatanleger die Aktie von Apple häufig in Ihrem Sparplan-Portfolio haben.

Fazit

Auch wenn ich nicht weiss ob sich der Aktiensplit bei Apple dieses mal genauso positiv auf den Kurs auswirken wird wie bei den letzen 4 Splits die der Konzern durchgeführt hat. Ich hoffe ich konnte grundsätzlich erläutern warum Unternehmen überhaupt Aktiensplits durchführen. Im Übrigen gibt es auch genau das Gegenteil von Aktiensplits, die sogenannte Aktienzusammenlegung, im englischen reverse split. Darauf gehe ich aber nochmal separat ein.

Für Dich als Anleger ist wichtig zu wissen, dass Du durch einen Split keine Nachteile hast. Du hast demnächst mehr Anteile zu einem jeweils geringeren Kurs im Depot und die statistische Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs durch den Split zukünftig etwas stärker steigen wird ist auf Deiner Seite.

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