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Warum ich Wirecard nachgekauft habe

Die Börsen auf Talfahrt, mein Depot blutrot – was nun?
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Die Börse im Crash: Jetzt schon nachkaufen oder warten?

Immer wieder gerät die Aktie des Zahlungsdienstleisters aus Aschheim in turbulente Fahrwasser. Seit Jahren greifen Shortseller immer wieder an. Den größten Wirbel bisher verursachten Berichte der Financial Times. Den Berichten zufolge soll es um Geldwäsche gehen bzw. darum das ca. 40 Millionen Euro zwischen Wirecard Tochterunternehmen und externe Unternehmen nicht eindeutig nachvollzogen werden können. Gefälschte Verträge sollen so die Herkunft der Geldflüsse verschleiert haben.

wirecard

Wirecard selbst hat ein externes Wirtschaftsprüfungsunternehmen, die KPMG beauftragt den Vorwürfen nachzugehen und einen Bericht zu erstellen. Dieser Abschlussbericht lag nun letzte Woche vor. Da sich in diesem Bericht KPMG kritisch äußert und stellenweise indirekt dem Management vorwirft Dokumente nicht oder sehr spät zur Verfügung gestellt zu haben, rauscht die Aktie wieder ab. Von knapp 139 Euro ging es in der Spitze runter bis 84 Euro. Ich habe bei am ersten Tag einer leichten Erholung für 93,60 Euro nachgekauft.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Ich weiß nicht, ob an den Vorwürfen was dran ist. Wirecard selbst hat relativ schnell wieder ein Gegenstatement abgegeben, welches sicherlich einige Dinge erklären kann, aber abschließend kann auch ich nicht sagen, ob man Wirecard in diesem Punkt trauen kann. Was ich für mich aber sagen kann: Das Unternehmen hat weiterhin ein tolles Produkt und eine starke Marktstellung in einem Segment welches weiterhin viel Wachstum verspricht. Hinzu kommt das sich die Vorwürfe auf vergangene Jahre beziehen und Wirecard ebenfalls Konsequenzen im Bereich Compliance und auch Unternehmensumbau und Management vorgenommen hat.

Ich halte es da auch ein bisschen wie Peter Lynch der mal sagte das man ein Unternehmen so auswählen sollte, das es von einem Trottel geführt werden kann, da früher oder später es sein kann das es mal von einem Trottel geführt wird. Das Gute dabei ist, dass diese irgendwann gehen müssen, wenn sie das Unternehmen nicht richtig führen sollten. Ich will damit sagen, dass Wirecard in schwierigen Zeiten steckt. Wenn etwas an den Vorwürfen dran ist, dann wäre das zwar wirklich schlecht für das Vertrauen der Investoren. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass das Unternehmen daraus seine Lehren gezogen hat und es müsste meiner Meinung nach schon mit dem Teufel zu gehen, wenn etwas Ähnliches nochmal passieren würde.

Was bleibt am Ende?

Wirecard vs Bayer

Vergleich Wirecard vs. Bayer

Richtig! Dasselbe rasant wachsende Unternehmen mit einem guten Produkt und hoher Marktpositionierung aber mit einem aus meiner Sicht unterbewerteten Kurs. Ich gehe davon aus das in wenigen Jahren niemand mehr über die Vorwürfe spricht und diese bestenfalls aufgeklärt wurden. Wenn dem so ist, dann ist das für mich der ideale Zeitpunkt die Aktien des Unternehmens mit guter Marktstellung und hohen Wachstumschancen genau jetzt zu kaufen.

wikifolio Depot

Ich will damit nicht irgendetwas klein-reden, dennoch wundert mich die Wucht, die die Meldungen immer wieder haben und wie stark der Börsenkurs von Wirecard Achterbahn fährt. Würde ich es mit Bayer und deren Glyphosat  Problem vergleichen, fehlen mir die Worte. Das Risiko mit dem Bayer derzeit fährt, die ungeklärten Entschädigungssummen und das Vertrauen welches man in die unberechenbare US Justiz stecken muss als Anleger. Hinzu kommt das hier keinesfalls eine Änderung von Prozessen oder Führungskräften auch nur irgendetwas daran ändern könnte ob Glyphosat am Ende krebserregend ist oder nicht. Produkte mit großen Wachstumschancen führt Bayer ebenfalls nicht im Programm. Dennoch kann ich diese Achterbahnfahrt im Bayer Chart nicht erkennen.

Gut, hier sind keine Shortseller oder nicht so aggressiv unterwegs. Aber das spricht für mich ebenfalls für Wirecard. Am Ende müssen die Shortseller aufgeben, wenn die Vorwürfe geklärt sind und das Geschäft trotzdem weiter wächst.

Wirecard CEO Markus Braun hat bereits angekündigt, sich von allen Drittanbietern trennen zu wollen, die im Ausland derzeit die Lizenzen stellen. Wirecard baut darauf die Partnerschaften in den Ländern in den nächsten 2 Jahren mit eigenen Lizenzen zu ersetzen. Die Änderung soll sich laut Markus Braun weder im Umsatz, noch im Gewinn bemerkbar machen.

Die Corona-Krise wird das Wachstum von Wirecard meiner Meinung nach noch mehr beschleunigen. Bargeldloses Zahlen wird immer beliebter, es gibt sogar schon Einzelhändler die keine Bargeldzahlung mehr wünschen.

Was meinst Du?

Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Meinung zu Wirecard mit uns allen teilst. Schreibe gerne in die Kommentare, ich freue mich auf eine konstruktive Diskussion.

Bleib gesund und munter.
Kapitalistische Grüße!

Dirk

Kommentare

2
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    Ich denke, dass der Verkaufsdruck vor allem von institutioneller Seite kommt, da es jetzt offiziell Hinweise auf nicht ganz saubere Strukturen gibt (zuvor waren es nur Spekulationen). Aufgrund bestimmter Anlagerichtlinien darf die Aktie bei dem einen oder anderen Großanleger eventuell nicht im Bestand bleiben.

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    Hallo Marko,
    vielen Dank für Dein Feedback. Da kannst Du sehr wohl recht haben. Wenn es unter die magische 80 € geht, werden wohl noch mehr das Weite suchen. Weisst Du was ich dann mache? – wieder NACHKAUFEN:-)

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