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Verkaufe nicht! Wozu hast Du einen Sparplan gemacht?

DAX ETFEs sind turbulente Zeiten an der Börse. Es häufen sich die Fragen von Bekannten und Freunden die ein Wertpapierdepot oder meistens ETF Sparpläne haben: „Soll ich nicht besser doch jetzt den Sparplan verkaufen? Wer weiß wie tief es noch geht und wie viele Jahre es dauert bis wir wieder im Gewinn liegen?“

Nun die Antwort auf die erste Frage beantworte ich immer mit: auf keinen Fall! Bei der zweiten Frage kenne ich natürlich auch nicht die Antwort darauf wie lange es dauern könnte und wie tief es noch geht. Was ich aber weiß ist, dass es doch mal einen Grund dafür gab, wieso man sich für einen Sparplan entschieden hat. Ich will das hiermit nochmal in Erinnerung rufen!

Ein Sparplan, ganz gleich ob ETF oder Aktiensparplan hat gewisse Vorzüge gegenüber einem Direktinvestment. Die beiden wichtigsten Gründe sind:

  1. Schnelle Diversifikation und somit Risikostreuung mit breit aufgestellten ETFs
  2. Der Cost Average Effekt

Neben diesen beiden wichtigsten Punkten gibt es noch einige mehr wie zum Beispiel, wenn man sich nicht so intensiv mit der Börse beschäftigen will oder auch die Transaktionskosten und vieles mehr. Auf die beiden Punkte, vor allem auf Punkt 2 will ich im Folgenden etwas genauer eingehen.

Diversifikation

Die Diversifikation ist zu keinem anderen Zeitpunkt so wichtig wie jetzt in einem Crash oder einer möglichen Wirtschaftskrise auf die wir zu steuern. Denn wie in jeder Krise gilt auch jetzt, dass es immer Verlierer als auch Profiteure geben wird. Wenn man nur Unternehmen aus dem Bereich Luftfahrt und Reisen in seinem Depot hat, wird das rote Minus derzeit deutlich größer ausfallen, als wenn man viele Unternehmen in seinem Portfolio hat, die direkt nicht von der Krise betroffen sind oder sogar noch profitieren könnte. Zu den eher Unbeteiligten zähle ich als Beispiel Firmen wie Waste Management oder Unilever. Die beiden Unternehmen decken Bereiche ab, die von der Krise nicht direkt betroffen sind. Lieferfirmen wie Amazon oder Spielproduzenten wie Activision Blizzard profitieren möglicherweise von solchen Krisenzeiten wo die Menschen mehr zu Hause bleiben, sich aber dennoch irgendwie beschäftigen müssen.

Ein breit aufgestellter ETF der viele Unternehmen aus den verschiedensten Branchen in sich vereint hat also hier deutliche Vorteile.

Cost Average Effekt

Die meisten entscheiden sich für ein Investment in ETFs zum einen wegen der Einfachheit und Diversifikation, zum anderen aber auch wegen dem riesen Vorteil des Cost Average Effekts, wenn man einen Sparplan aufsetzt. Das können natürlich auch Aktien Sparpläne sein.

Durch das regelmässige zum Beispiel monatliche besparen eines Sparplans umgeht man das Problem zu Kaufen, wenn es günstig ist und zu Verkaufen, wenn es teuer ist. Timing ist fast unmöglich, wenn nicht sogar Glück denn keiner weiss wann die Kurse wieder drehen und meistens ist man genau dann nicht investiert.

Bespart man mit regelmäßigen Sparbeträgen zu festen Zeitpunkten kauft man mal wenn es teuer ist, aber auch wenn es günstig ist. Am Ende profitiert man hier also vom Mittel (Average). Man kauft also mehr Anteile zum gleichen Sparbetrag, wenn es günstiger ist und weniger Anteile, wenn es dann teurer wird. Die günstig ergatterten Anteile sind aber dann mehr Wert.

Jetzt sind wir im Crash

Man hat sich also im Vorfeld genau Gedanken darum gemacht, das man mit einem Sparplan den Vorteil eines Cost Average Effekts hat. Jetzt wo wir im „Crash“ sind, vergessen das Viele offensichtlich wieder. Dann höre ich Argumente wie: Verluste minimieren, Gewinne laufen lassen. Natürlich ist auch diese Weisheit nicht falsch, bezieht sich aber auf kurzfristig orientierte Trader, die auf kleineren Zeitscheiben handeln. Trader besparen aber keine ETF Sparpläne:-) Als Sparplaninvestor hast Du doch den langfristigen Zeithorizont im Blick. Jetzt ist die Zeit wo Dein Sparplan richtig günstig einkauft und entsprechend viele Anteile aufbaut.

Wenn man sich meiner Meinung nach jetzt nicht daran hält, dann ist der grösste Vorteil eines Sparplans – vor allem im Bezug auf die Rendite – nicht mehr vorhanden.

Das ist natürlich wie immer keine Handelsempfehlung. Natürlich ist es auch in der Theorie immer einfacher gesagt als in der Praxis umgesetzt. Ich bitte Dich nur oder will Dich daran erinnern zu hinterfragen, warum Du einen Sparplan als Dein Investmenttool gewählt hast. Wenn Du an Deinen ursprünglichen Plan glaubst, müsstest Du ihn jetzt konsequent weiter besparen.

Ich wünsche allen Investierten viel Nervenstärke.
Bleibt Gesund!

Dirk

Kommentare

1
  • comment-avatar

    Das sehe ich genauso. Genau dafür hat man einen Sparplan doch eingerichtet.
    Wenn das Einkommen die Sparraten zulassen, dann zieht man das durch. Agree!

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