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Hausbank ade – Hallo Direktbank!

Ja – ich habe es nun auch getan. Lange habe ich meiner Hausbank die Stange gehalten, leider wurde die Bank meinen Anforderungen nicht mehr gerecht und dies zu meinem Leidwesen auch noch viel zu teuer. Also habe ich mich erkundigt und versuche nun schließlich auch mein Glück mit einer Direktbank. Von der Kostenseite hat sie die Nase klar vorne, ob es beim Service auch so sein wird, wird sich zeigen – aber zunächst einmal wurde ich positiv überrascht. Was mich bewegt hat, wie der Wechsel ablief, welche Probleme es gab und wie zufrieden ich bisher bin, könnt ihr im folgenden Beitrag erfahren.

Online Banking Direkt Bank

Wieso wechsel ich überhaupt die Bank?

Ich bin seit mehr als 30 Jahren Kunde einer genossenschaftlich organisierten Bank in Deutschland. Diese Volks- und Raiffeisenbanken sind bis heute dezentral organisiert was an sich viele Vorteile in deren Organisation mit sich bringen kann. Ich meine hier ganz klar die Vorteile für den Kunden. Soll man meinen, wenn nicht alles auf Konzernebene entschieden wird und man als Kunde sogar fast schon Kontakt zum Vorstand hat.

Ich war mir immer bewusst, dass der Service einer lokalen Bank, die ich besuchen kann, auch mehr kostet, ich habe es mir aber bisweilen nicht genau angeschaut, weil ich auch mit dem Service zufrieden war. In den letzten 3 Jahren hat sich das Blatt etwas gewendet. Zum einen fällt auf, dass das Personal sehr häufig wechselt. Die gewohnte Beständigkeit von früher, der Bankmitarbeiter von nebenan, der einen kennt, den schien es von einem auf den anderen Tag nicht mehr zu geben. Ich dachte zunächst es wäre ein Problem meiner lokalen Geschäftsstelle gewesen. Aber weit gefehlt. Ein paar Gespräche mit Bekannten die bei anderen Standorten Bankkunde waren berichteten dasselbe. Woran kann das liegen? E scheint so zu sein, dass der damals so beliebte Beruf des Bankkaufmanns gar nicht mehr so beliebt ist. Die Banken kämpfen um Nachwuchs und immer mehr Quereinsteiger werden eingestellt. Teilweise ohne Ausbildung zum Bänker.

Fakt ist, ich fühlte mich nicht mehr gut aufgehoben. Mitarbeiter waren weniger Ansprechbar, ständig neue Berater wurden einem zugeteilt und dann habe ich mir mal die tatsächlichen jährlichen Kosten angeschaut. Ich kam für das Führen von 3 Konten und 1 Depot auf eine stolze Jahresgebühr von knapp 230 Euro. Hier waren Vergünstigungen durch das Halten von Genossenschaftsanteilen schon eingerechnet. Wahnsinn dachte ich und die Kreditkarte ist noch nicht mal inklusive. Hohe Kosten, nicht den gewünschten Service, wechselnde Ansprechpartner – wofür zahle ich soviel? Für deren Miete vielleicht? Das will ich nicht so hinnehmen. Welche Alternativen habe ich?

Alternative: Direktbank

Es gibt viele Direktbanken. Sicher auch viele Gute! Bei mir lag es nahe mir mal die Consorsbank* näher anzuschauen. Warum? Ich habe dort seit 10 Jahren ein Depot und ein Tagesgeldkonto. Um ehrlich zu sein habe ich noch nie deren Service in Anspruch nehmen müssen aber sie bieten ein Girokonto inkl. Kreditkarte und Apple Pay ohne jegliche Kosten an. Auch ein Gehaltseingang ist nicht zwingend notwendig um dieses Angebot nutzen zu können. Bevor ich also meine Girokonten bei der Consorsbank einrichte hatte ich bei meinen Recherchen zu dem Angebot ein paar Fragen. Also, Hörer in die Hand und mal den Service checken:

Es klingelt 2 mal, dann werde ich aufgefordert meine Konto- bzw. Verrechnungskontonummer einzugeben sofern ich schon Kunde bin und ein weiteres Klingeln später hatte ich jemanden am Telefon.

Ups, dachte ich. Kann natürlich Zufall gewesen sein. Ich habe meine Frage zum Eröffnen eines zweiten Gemeinschaftskontos bei der jungen Dame platziert und sie meinte dann sie wäre für diese Frage nicht der richtige Ansprechpartner und wolle mich verbinden. Oh – dachte ich, jetzt geht es los. Es dauerte 3 Minuten in der Warteschleife und ich dachte, das wird dauern. Weit gefehlt. Zu meiner Überraschung hatte ich dann den Fachberater am Telefon und der wusste schon Bescheid, da die Dame zuvor die 3 Minuten genutzt hatte, um ihn meine Frage zu schildern. Kontonummer und meine Daten hatte er ebenfalls bereits und hat mich gleich mit meinem Namen begrüßt. Zum krönenden Abschluss hatte er sogar die Antwort parat:-).

Ich traute dem Braten nicht und platzierte meine nächste Frage am nächsten Tag, doch auch dieser Ablauf war genauso positiv. Ich wurde schnell und kompetent beraten. Mehr will ich doch gar nicht und das ganze sogar 230 Euro günstiger pro Jahr. Der Wechsel war beschlossene Sache. Das Eröffnen der Konten ging zügig und intuitiv. Lediglich meine Frau musste sich noch legitimieren und nach einer Woche hatten wir unsere Karten in den Händen und konnten loslegen.

Was ist los mit den Hausbanken?

Meiner Meinung nach gibt es nur einen Wettbewerbsvorteil für Hausbanken: Sie sind vor Ort, ganz nah am Kunden und man kann persönlich von Mensch zu Mensch sprechen. Genau diesen Vorteil scheinen die Hausbanken nicht zu ihrem Vorteil zu nutzen. Natürlich ist es schwer geworden in dem Zinsumfeld Geld zu verdienen, man wird es aber nicht, wenn man seine Kunden vergrault. Dann wird man das auch nicht bei höheren Zinsen. Ich habe auch das Gefühl man versucht nun mit und mit Versicherungen und Fonds an den Mann zu bringen. Fonds bei Privatkunden geringen uns mittleren Vermögens, im Zeitalter von kostenlos besparbarer ETF’s. Das grenzt für mich schon an Fehlberatung. Die Hausbanken schaffen es nicht die jungen Kunden abzuholen und wenn der letzte Kunde, der sich nicht traut, Onlinebanking zu machen weg ist, dann bleibt nicht mehr viel.

Es ist eigentlich sehr schade. Die Banken, und gerade die dezentral organisierten könnten so viel tun, um Ihre Kunden wie früher an sich zu binden. Mir scheint man ruht sich hier auf eine Tradition aus. Die Zeiten in dem man seit seiner Geburt bei einer Bank ist, sind vorbei. Ein Wechsel ist kein Problem. Es geht schnell und mittlerweile gibt es sogar Tools und Anbieter die beim Wechsel helfen. Zugegeben, es ist natürlich schon noch aufwendiger als den Stromanbieter zu wechseln, aber es war auch eine klasse Gelegenheit noch mal alle Zahlungspartner zu überprüfen. Mal zu schauen, wo der eine oder andere kleine Euro so hinfließt, „unbemerkt“. Bei mir war alles klar, aber ich bin mir sicher der eine oder andere wird überrascht sein, wo vielleicht noch ein Abo läuft was man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

Fazit

Der Wechsel war überraschend einfach, wenn auch nicht unaufwändig. Bisher kann ich mich wirklich nicht beklagen was den Service einer Direktbank angeht. Ob es so bleibt werde ich natürlich erst in den kommenden Monaten sehen. Ich werde definitiv hier auf dem Blog berichten, sobald es an der Stelle etwas zu berichten gibt. Ich kann jedem nur den Rat geben mal kritisch seine Kontogebühren zu prüfen und zu schauen, ob es in puncto Gebühren und Service nicht auch gute Alternativen gibt. Bei mir sind es nun wieder annähernd 20 Euro die ich jeden Monat spare und stattdessen in einen ETF fließen lasse. Ich finde da ist das Geld besser aufgehoben, als davon die Miete der lokalen Hausbank zu tragen, von der ich nicht die gewünschte Leistung erhalte.

In diesem Sinne – kapitalistische Grüße

Dirk

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