HomeBlog

Erst Deflation – Dann Inflation: Womit wir jetzt wohl rechnen müssen!

Gefühlt befinden sich die Börsen wieder im Aufschwung. Seit dem Tiefststand aus Mitte März ist auch schon wirklich viel passiert. Es sah zunächst nach einer V-Erholung aus. Bis zum 07.04.2020 – seitdem befinden sich die Indizes nämlich in einer Seitwärtsbewegung. Ja und ich sage bewusst die Indizes. Nicht nur der DAX bewegt sich zwischen 10182 und 11218 Punkten. Man täuscht sich wenn man glaubt die US Indizes seien nicht in einer Seitwärtsphase. Nimmt man 5 Unternehmen mit einer etwa Gewichtung von 40% aus den Indizes raus, sind auch diese in einer Seitwärtsphase. Die Unternehmen sind namentlich Facebook, Alphabet, Microsoft, Apple und Amazon. Alle samt Unternehmen die eher profitieren in der derzeitigen Krise aber ein viel zu hohes Gewicht in den Indizes haben um darüber eine Aussage über die wirtschaftliche Situation treffen zu können.

Deflation Inflation

Was bisher geschah

Vorweg, meiner Meinung nach haben die Staaten und Zentralbanken dieser Erde richtig gehandelt. Aber was ist passiert?
Die Corona Krise hat die Wirtschaft zum erliegen gebracht. Die meisten Branchen werden sich davon erholen können. Nicht alle Firmen werden es überleben, aber auch ganze Sektoren wie Reise, Veranstaltungen und Luftfahrt, sowie die gesamte Gastronomie und Hotelbranche wird nachhaltig gestört werden. Inwiefern deren Geschäft wieder so laufen kann wie vor der Zeit von Covid-19 ist derzeit noch nicht abzusehen.

Um eine unkontrollierte Pleitewelle und den totalen Zusammenbruch der Märkte zu verhindern, haben die Staaten eine mächtige Waffe gezogen. Sie haben die Märkte mit Geld geflutet. Um es einfach auszudrücken: Sie haben begonnen Geld zu drucken, viel Geld. Geld welches für sich keinen Gegenwert hat. Es wird gedruckt und fließt in die Märkte. Unternehmen werden finanziell unterstützt, sogar staatliche Beteiligungen wie derzeit im Gespräch bei der Lufthansa sind möglich.

Wie reagieren die Menschen?

Zurückhaltend. Durch die Ängste vor der Zukunft, finanzielle Einbußen durch Kurzarbeit und die Ungewissheit ob der Arbeitgeber die Krise überstehen wird halten sich die Menschen im Konsum zurück. Die Sparquote ist dramatisch in die Höhe geschnellt. Das ist verständlich, hilft aber der Wirtschaft nicht sich schnell zu erholen. Ein Konsumniveau wie direkt vor der Krise würde die Wirtschaft nicht bedienen können, da immer noch Lieferketten unterbrochen sind und der Nachschub nicht ausreichen würde. Dies wird sich aber in den kommenden Wochen und Monaten normalisieren. Unter Einhaltung von neuen Hygienerichtlinien in Unternehmen wird es möglich sein die Produktionen wieder hochzufahren. Doch was ist, wenn der Konsum ausbleibt? Aus meiner Sicht droht uns dann eine Phase der Deflation.

Zunächst die Deflation

Direkt zu Beginn der Krise als die Börsen weltweit eingebrochen sind, kamen die Crash-Propheten um die Ecke mit Ihren Prophezeiungen der Hyperinflation. Sie haben zu dem Zeitpunkt nicht nachgedacht. Hätten Sie es getan, hätten selbst die dümmsten Crash-Propheten nicht so eine Aussage getroffen. Aber man muss auch etwas Verständnis mit den Jungs haben. Schließlich haben einige von Ihnen Ihr Geschäftsmodell mit dem Verkauf von Büchern, Beratung und Vorlesungen darauf aufgebaut, dass der Crash erst zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.b. 2024) kommen wird. Auch diesen Leuten wurde fairerweise Ihr Geschäftsmodell mit einem Schlag umgehauen. Sie waren in Panik und mussten schnell Stellung beziehen und YouTube Videos drehen, um Ihre Bücher an den Mann zu bekommen. Kleiner Ausflug am Rande:-)

Eingetreten ist natürlich erstmal etwas anderes. Die Läger von Modeunternehmen liegen voll mit Ware zur Sommersaison. Jetzt wurden alle Geschäfte geschlossen. Die Menschen halten sich mit Konsum zurück und die Ware liegt immer noch da. Jetzt beginnt der Abverkauf. Die Ware muss weg bevor die Ware der nächsten Saison eintrifft. Die Preise fallen! Sneakers von Nike im Onlinehandel teilweise 50 % unter Preis. Nicht zu vergessen, wir befanden und befinden uns zeitgleich in einer Art Ölkrise. Günstige Ware und niedrige Ölpreise sind schon mal sehr gute Zutaten um einer Inflation zu entkommen. Aber solange sich die Menschen mit dem Konsum zurückhalten, werden wir eher deflationäre Zustände vor allem im Bereich der Waren und Dienstleistungen erleben. Sofern es keine zweite Infektionswelle gibt die uns und den Rest der Welt in einen zweiten Lockdown führt, gehe ich davon aus, dass wir in den kommenden 3-12 Monaten eine Deflation erleben. Was nun?

Jetzt wird die Inflation gezündet

Sobald die Preise verfallen müssen die Staaten eingreifen. In normalen Zeiten wird versucht eine geringe Inflation von ungefähr 2 % pro Jahr zu schaffen. Das hindert die Menschen daran Investitionen auf die lange Bank zu schieben und hilft den Regierungen sich zu entschulden.

Sobald wir in die Deflation rutschen passiert genau das Gegenteil. Das kann man nicht zulassen und die Regierungen werden sich ganz schnell Gegenmaßnahmen einfallen lassen. Ein bewährtes Mittel: Konjunkturprogramme!

Wir werden vermutlich überschüttet mit Konjunkturprogrammen. An dieser Stelle werden dann also nicht mehr nur die Unternehmen direkt unterstützt, um über die Zeit zu kommen. Vielmehr wird jetzt mit der Gießkanne Geld verteilt. Förderprogramme zum Autokauf, Steuererleichterungen und vieles mehr. Alles um den Konsum in Gang zu bekommen. Die Unternehmen werden hierdurch weiterhin unterstützt, allerdings nun indirekt.

Die Menschen beginnen wieder Vertrauen zu fassen. Möglicherweise sind wir der Normalität wieder ein ganz großes Stück näher. Großveranstaltungen sind möglich, Fußballstadien wieder gefüllt. Alles fühlt sich wieder sicherer an. Einen Impfstoff gegen Corona gibt es womöglich auch schon. Keine Kurzarbeit mehr und der Arbeitsplatz scheint auch ein Stück weit gesicherter zu sein. Wir fangen an zu konsumieren!

Das Problem

Das Ziel wurde erreicht. Wir geben wieder Geld aus. Das Problem ist aber, das viele Geld welches gedruckt wurde, um uns über die Zeit zu bringen und den Motor wieder zu starten ist immer noch da. Ohne Gegenwert! Außerdem gibt es aus meiner Sicht keinen besseren Zeitpunkt die Preise zu erhöhen als mit oder nach Corona.

Die Argumente liegen klar auf der Hand:
Mehr Aufwand zum Einhalten von Hygienestandards, höhere Kosten da viele Produkte wieder lokaler gekauft werden, geringere Auslastungen da bestimmte Geschäftsfelder wie Restaurants als Beispiel nicht mehr die Menge der Plätze anbieten kann wie vorher.

Mein Fazit

Der größte Fehler, den man aus meiner Sicht machen kann, wird in Zukunft sein das Geld auf dem Sparbuch zu lassen. Man sollte in Sachwerte investieren. Aktien, Gold, Silber, ETFs haben sich in Zeiten von Inflation als guter Weg zum Erhalt des Wertes erwiesen. Wir sind natürlich nicht die Einzigen die das erkannt haben oder erkennen werden. Und das ist super! Denn je mehr Leute und Investoren das erkennen, desto mehr Geld wird in die Aktienmärkte fließen, was unweigerlich den Anstieg von Kursen zur Folge haben wird. Und das ist es doch, was wir letztlich wollen.

Natürlich weiß auch ich nicht wie es am Ende tatsächlich kommen wird. Dies ist mal wieder nur meine Meinung zur derzeitigen Situation wie ich sie einschätze. Eine Änderung der politischen Handlungen oder weitere Infektionswellen würden wieder neue Situationen schaffen. Überdenkt mal wie Ihr die Zukunft einschätzt. Was sind für Euch die logischen Konsequenzen? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Kapitalistische Grüße
Dirk

Kommentare

0

    Infoletter

    Kein Spam!
    Keine Werbung!
    ANMELDEN
    Du bekommst nur eine Mail bei neuen Artikeln oder brandheißen News vom Renditehai
    close-link

    ACHTUNG

    Die neusten Finanzthemen in Deiner Inbox. Kein Spam! Keine Werbung!
    Anmelden
    close-link
    Abonniere den Infoletter und hole Dir KOSTENLOS die Finanznews vom Renditehai in Dein Postfach
    Anmelden
    close-image