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50 % Erholung im DAX: Was nun?

Derzeit befinden sich die Märkte in einer wirklich sehr schwierigen Position. So schnell die Indizes gefallen sind, so schnell hat der DAX bereits 50 % seiner Verluste wieder aufgeholt. Seit einigen Tagen tritt er auf der Stelle. Teils volatil, teils unerschrocken. Viele Anleger fragen sich dieser Tage „War es das jetzt? Ist vielleicht schon alles eingepreist? Werden die Quartalszahlen und Aussichten überhaupt noch einen Einfluss auf die Märkte haben?“ Meiner Meinung nach befinden wir uns an einer der schwierigsten Stellen in einer Crash-Phase. Normalerweise müsste der Markt jetzt korrigieren. Es kann sein das wir nochmal tiefere Tiefs sehen. Dann ist es sehr wahrscheinlich das wir einen lange andauernden Bärenmarkt sehen werden. Es kann aber auch eine normale Marktkorrektur über die letzten Tiefs geben. Es kann aber auch einfach weiter nach oben gehen.

Frage

Da auch ich kein Hellseher bin, können wir nur eines tun. Wir können uns die Vergangenheit anschauen und schauen, ob wir Ähnlichkeiten erkennen.

Ist dieser Crash vergleichbar mit Crashs in der Vergangenheit?

Meine Meinung kurz und bündig: NEIN!
Damit will ich diesen Absatz natürlich nicht schließen:-). Aber egal welchen Crash ich mir angeschaut habe. Dieses Mal ist halt alles anders. Und damit meine ich nicht einmal den Auslöser. Auch wenn es dieses Mal ein Virus ist, der die gesamte Welt lähmt, man kann auch hier Vergleiche ziehen mit Faktoren aus der Vergangenheit. Was es vielleicht etwas einzigartiger macht, ist die Tatsache, dass es theoretisch genauso gut weiter gehen könnte, wenn das Virus im Griff ist. Sollten wir also schnell einen Impfstoff haben oder Erkenntnisse über Corona welches es uns ermöglicht uns davor effizient zu schützen, spricht eigentlich nichts gegen eine Fortsetzung des weltwirtschaftlichen Geschehens wie vor dem Crash.

So einfach ist es aber nicht. Die Psychologie der Menschen geht da weiter. Je länger der Stillstand andauert, desto stärker ausgeprägt wird die allgemeine Konsumzurückhaltung der Menschen sein.

Wir können auch wie in vergangenen Börsencrashs in einer Situation geraten, in der sich jeder zurückhält und ggf. werden auch viele alte Gewohnheiten überdacht. Wird das Flugaufkommen noch das gleiche sein oder haben die Menschen gelernt das viele Meetings auch per Videokonferenz effizienter zu gestalten sind? Um einfach mal ein Beispiel zu nennen, welches mir spontan eingefallen ist.

Was ist nun anders als sonst?

Auf jeden Fall die Tatsache das wir einen Leitzins auf Rekordtief haben. Das macht es schwierig gute Renditen in anderen Anlageklassen zu erzielen. Unternehmensbeteiligungen sind an sich alternativlos und es ist eine Menge Geld auf dem Markt welches investiert werden will. Durch die Programme der Staaten und Zentralbanken wird noch mehr Geld in den Markt gespült. Ich denke auch, das ist es was wir momentan sehen. Die gemeldeten Zahlen sind wie erwartet nicht rosig, aber trotzdem steigen die Kurse noch.

Es ist vieles anders als sonst. Ich erinnere mich an die Diskussion zu Beginn des Crashs. Sehen wir eine V-Erholung, eine U, oder eine L-Erholung? Ich denke wir sehen gar nichts von diesen Erholungen. Vielleicht wird es mal was ganz neues? Vielleicht ein „W“?

Was ist jetzt zu tun?

Die letzten Jahre haben mich gelehrt, das an der Börse eines sicher ist. Und zwar das nichts sicher ist und Analysten und sogenannte „Profis“ in der Regel völlig falsch liegen mir Ihrer Einschätzung. Ich vergleiche Analysten gerne mit Meteorologen, wobei letztgenannte durch über die Jahre verbesserte Simulationsmodelle öfter richtig liegen als die Analysten.

Ich höre einfach nicht auf Analysten. Das brauche ich auch nicht, weil ich einen langfristigen Anlagehorizont habe. Wenn man auf Sicht von mehr als 10 Jahren auf den Markt blickt, ist es fast unerheblich wann man kauft, wichtig ist, das man kontinuierlich kauft und möglichst viele Tage im Jahr investiert ist.

Warum? Das Problem mit dem Timing ist nicht nur zum richtigen Zeitpunkt auf den fahrenden Zug aufzusteigen. Was die meisten unterschätzen ist die Tatsache an den richtigen Tagen investiert zu sein. Analysen zeigen, dass die größten Kursbewegungen am Markt an wenigen Tagen im Jahr gemacht werden. Ist man an den Tagen nicht investiert, hat man den Großteil der Rendite verpasst.

Wie immer ist das hier keine Anlageberatung oder irgendeine Art von Aufforderungen auf eine bestimmte Art und Weise zu investieren. Das muss jeder von Euch für sich selber entscheiden. Ich kann Euch nur sagen wie ich es mache und vor allem was ich jetzt mache.

Ich habe bei Beginn des Crashs erst 2 Wochen abgewartet und habe seitdem sukzessive nachgekauft. Manche Positionen sind schon wieder deutlich im Plus. Wie zum Beispiel eine Waste Management mit 16 % Performance seit Kauf. Andere sind noch im Minus. Alles in allem ist das Dividendenhai-Depot derzeit mit 0,25 % im Plus. Das halte ich für einen guten Wert, denn dieser bezieht sich auf einen Indexstand von ca. 10500 Punkten im DAX als Referenzwert.

Am Dienstag habe ich noch Fresenius und Unilever zu gekauft. Unilever halte ich für leicht unterbewertet und Fresenius für stark unterbewertet. Wichtiger bei der Entscheidung jetzt zu kaufen war aber vielmehr, dass ich glaube, dass beide Unternehmen nicht so stark von der Corona-Krise abhängen. Fresenius könnte am Ende möglicherweise als Gesundheitsunternehmen noch gestärkt herausgehen.

Ich werde weiter kaufen, denn ich weiß nicht, ob es einfach weiter nach oben geht oder nochmal runter. In beiden Fällen kaufe ich und freue mich derzeit auch schon gekauft zu haben. Wichtig ist meiner Meinung nach, immer genug Cash zu haben um im Falle einer weiteren Korrektur noch nachlegen zu können.

Wie siehst Du das? Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Sicht der Dinge mit uns teilst. Kommentiere gerne unter diesem Artikel. Wie investierst Du und wie verhältst Du Dich in der derzeitigen Marktsituation?

Bleib gesund und investierhungrig,

Dirk

 

 

 

Kommentare

1
  • comment-avatar

    Moin Dirk,

    Ein wirklich schöner und sachlicher Überflug über die aktuelle Situation. Persönlich investiere ich einfach weiter, weil sicherlich niemand sagen kann wann die Krise vorbei ist. Aber wenn vergangene Krisen eins gezeigt haben, dann dass Aktienkurse immer eher mit dem Steigen beginnen und beim Ende der Krise bereits deutlich über den Tiefs standen.

    Wenn man sieht wie Chinesen eine hermes Shop geplündert haben nachdem dieser wieder eröffnet hatte oder man betrachtet wie stark die Nachfrage nach Kreuzfahrten ist für Ende 2021 ist, dann bin ich recht positiv gestimmt.

    Ich wünsche gutes Gelingen bei deinen zukünftigen Käufen.

    Tim

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